Per Willenskraft und Gedankenkontrolle zum Erfolg? Besser nicht…

Es scheint aktuell die Zauberformel jedes*r „Lebensberater*in“, jedes*r Business-Coach*s zu sein. Die Gehirnforschung und andere Wissenschaften hätten das bewiesen: Per Willenskraft und Gedankenkontrolle gelange jede*r direkt und einfach zum Erfolg. Da wird „Mindset Design / Engineering / Bootcamp“ verkauft und versetzt uns zurück in die jähen Anfänge psychologischer Ideen ("Ich denke, also bin ich") und Mensch-Maschine-Fantasien. Fairer Weise will ich nicht verhehlen, dass diese Ansätze dem mittlerweile auch beachteten Unbewussten durchaus Raum geben. Allerdings nur mit der Idee, es gezielt zu steuern.

 

Oft werden diesem Appell noch eigene Erfolgsgeschichten beigegeben. Nach dem Prinzip: „Ich bin der lebende Beweis!“, natürlich verbunden mit der Schlussfolgerung „Was bei mir funktioniert hat, funktioniert bei jeder*m.“

 

Dieser Ansatz bedient unseren Wunsch nach einfachen Lösungen, Beweisen, die wir sehen und anfassen können und nach Kontrolle. Doch jede*de wird schon einmal festgestellt haben, dass das nicht so einfach ist. Gelingt es nicht, Willenskraft und Gedanken zu beherrschen, gesellen sich weitere störende Gedanken zu den vorhandenen (und zur eigentlichen Herausforderung), etwa: „Nur ich bekomme es wieder nicht hin“. Diese Gedanken kommen eben wie von selbst...unkontrolliert und gegen den eigenen Willen. Die Folgerung: Entweder: „Ich muss mich mehr anstrengen und brauche mehr Anleitung (sprich: mehr Bücher kaufen, mehr Online-Kurse buchen)“. oder: „Bei mir hat das eh keinen Sinn, ich lasse es ganz sein.“ Das sind nur zwei Pole, dazwischen gibt es weitere Varianten.

 

Dieses vermeintliche Versagen führt auch Menschen ins persönliche Coaching. Allerdings nicht wegen echter Wachstumsthemen, sondern zum „Richten“ der vermeintlichen Unfähigkeit, die eigenen Gedanken auf Erfolg und Glück zu programmieren – in einfachen Schritten, und möglichst schnell. Das bringt uns Coaches manchmal ganz schön ins Schwitzen. Manche der Coaches lehnen diese Aufträge durchaus nachvollziehbar ab, weil sie nicht mehr viel mit Coaching zu tun haben. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass Coaching auch hier ansetzen kann - wenn der*die Klient*in Lust hat, das Feld der Möglichkeiten etwas zu erweitern und näher an sich heran zu holen. Natürlich nicht verdeckt, sondern offen und transparent.

 

Dazu gehört, klar anzusprechen: Den Geist ganz und gar zu kontrollieren, kann nicht gelingen. Das ist interessanter Weise DIE zentrale Erkenntnis der Gehirnforschung. Manche Gehirnforscher*innen gehen sogar so weit, dass sie uns einen freien Willen komplett absprechen und statt des Geistes die Biochemie inthronisieren.

Gewiss ist: unser Geist ist nicht bis ins Detail kontrollierbar.

Wir können durchaus enormen Einfluss auf unsere Gedanken, Gefühle und auch auf unser Verhalten nehmen. Jedoch nicht so direkt und ergebnissicher, wie wir es vielleicht gern hätten. Unser Innenleben beeinflusst sich - unbewusst - eben auch selbst: Teile und Funktionen unseres Geistes können uns - sozusagen in umgekehrte Richtung - sehr eigendynmisch lenken, sogar ohne, dass wir es merken. Und sie können auch Leid erzeugen, von dem wir uns nicht per Knopfdruck oder allgemeiner Regel befreien können.

 

Weil: es keinen direkten Zugang zum Unbewussten gibt (nur einen mittelbaren) und weil unser inneres System enorm komplex ist. Es verfolgt gleichzeitig sehr unterschiedliche Ziele: z.B. Überleben, Selbstwert schützen und sozialen Anschluss sichern. Diese Ziele können sich widersprechen, konkurrieren und vor allem sehr unterschiedliche Strategien in Gang setzen. Manche dieser Strategien sind (wie auch die Ziele) unbewusst: einige davon sind alte, evolutionär entwickelte Programme, andere haben wir individuell in unserem Leben erworben und entwickelt. Hinzu kommen die bewussten und halbbewussten Ziele und Strategien. Und dann zielt dieses innere System bei allen Veränderungs- und Kontrollversuchen verschwurbelterweise auch noch auf sich selbst: wir versuchen mit unserem Geist unseren Geist zu verändern.

Doch, das muss uns nicht verzweifeln. Es darf uns einmal mehr das Wunder des Lebens zelebrieren lassen. Die Eigendynamik unseres Geistes, einschließlich seiner unbwussten Teile und Verbindungn zu unserem gesamten inneren System, können uns auch eine große Bereicherung sein. Was sind wir doch für wundervolle Wesen!

Unser Leben und unseren Erfolg ausschließlich von Gedankenkontrolle und Willenkraft abhängig zu machen, kann nicht erfüllend sein: Wir klemmen uns dadurch sozusagen vom Leben ab, denn unser Unbewusstes und unsere inneren Dynamiken sind Leben pur. Gedankenkontrolle und Willenskraft sind nicht "einfach". Im Gegenteil: Sie fügen der Anstrengung, die die Natur der Sache fordert (wie z.B. Lernen für einen Abschluss, regelmäßige Bewegung für einen gesunden Körper, berufliche und persönliche Probleme lösen), eine zusätzliche hinzu: Die, sich selbst zu bezwingen. Dadurch sind diese Ansätze auch so selbstentfremdend und stellen sich nicht selten den wundersamen Hilfen, die uns als Menschen an die Hand und ins Herz gegeben wurden, in den Weg.

Die Eigendynamik des Geistes nutzen statt sie zu bekämpfen

Der erste Schritt in diese Richtung besteht darin, zu akzeptieren, dass es sie gibt. Wer sich davon überzeugen möchte und keine Lust hat, die oft dröge psychologische Literatur dazu zu studieren, kann einen Blick in die sehr beliebten Bücher zu sogenannten Denkfehlern werfen. Hier wird zwar der Fokus auf die möglichen Irrwege gelegt, im Kern machen sie aber deutlich, dass wir unser Denken und Handeln weniger bewusst steuern, als wir oft denken (Dass wir so denken, ist schon so ein „Denkfehler“ – oder wie ich lieber sage: ein Denkschema).

 

Sich mit Denkschemata zu befassen, lohnt sich nicht nur, um sie zu vermeiden oder zu umschiffen: das ist nur bei einigen möglich. Es geht vielmehr darum, Achtsamkeit für unbewusste Automatismen zu entwickeln, die ein bewusstes Fein- und Nachjustieren ermöglicht. Und genauso geht es darum, einen achtsamen Umgang mit diesen menschlichen Pannen und Fehlern (und ihren Konsequenzen) bei uns selbst und vor allem auch bei anderen zu entwickeln.

 

Dabei bitte nicht aus den Augen verlieren, dass unser Unbewusstes nicht nur Denkfehler für uns bereit hält. Bei genauerer Betrachtung fällt oft auf, dass diese Programme im Grunde einem guten Zweck folgen - sie können aber veralten und anderen Zielen widersprechen. Darüber hinaus kann das Unbewusste natürlich noch sehr viel mehr.

 

Der zweite Schritt besteht deshalb darin, das Unbewusste seinen eigendynamischen Tanz mit dem Bewussten tanzen zu lassen.

Vitale Selbstführung heißt, den Tanz des Bewussten mit dem Unbewussten ko-kreativ zu leben

Das Geheimnis erfolgreicher und erfüllter Menschen liegt eben nicht allein im Maß der Anstrengung mit der sie Willenskraft aufbringen und Gedankenkonktrolle betreiben (um das aufmüpfige Unbewusste zu formen bzw. bezwingen). Es liegt darin, dass sie viel des Guten weniger bewusst oder gar unbewusst tun – und damit weniger aufwändig und weniger entgegen etwas anderes gerichtet. Sie müssen sich nicht akiv zum Guten aufraffen und setzen sich von selbst weniger Versuchungen zu ungünstigem Verhalten und Denken aus. Dadurch haben Sie nur die Anstrengung auf dem Zettel, die ihre Herausforderung tatsächlich erfordert - und nicht noch zusätzlich die inneren Kämpfe und die Überwindung.

 

Umgekehrt sind Menschen, die allein auf Willenskraft und Gedankenkontrolle setzen, in der Leistungsmaschinerie besonders beugsam: Sie arbeiten mehr, als ihnen gut tut und nehmen "gern" Arbeit mit nach Hause. Leistung und Anstrengung sind mit Willenskraft verbunden. Diese Art der Kontrolle zu übernehmen, ist nicht automatisch Freiheit.

Die wirksamste Selbstführung erfolgt nicht durch den alleinigen Einsatz von Willenskraft und dem angestrengten Versuch, unerwünschte Gedanken oder sogar Verhaltensweisen zu unterdrücken, weniger zu beachten und "positiv" umzuformen. Sie beruht auf der effizienten Nutzung der unbewussten Kräfte des Geistes, denen ein virtuoser Umgang mit unserer inneren Komplexität deutlich müheloser gelingt.

Es geht nicht darum, dem Unbewussten die Kontrolle zu überlassen, um zu kapitulieren oder gar ohne jede Anstrengung oder persönlichen Einsatz "Erfolg" zu generieren. Sein Potenzial entfaltet sich am besten in einem vitalen Zusammenspiel mit unserem bewussten Denken & Handeln. Ein klassisches Beispiel dafür sind Geistesblitze: Ein Problem, das wir schon lange im bewussten Geist bearbeitet haben, findet zu seiner Lösung, plötzlich und aus heiterem Himmel, während wir uns mit etwas völlig anderem befassen - sogar, wenn wir etwas ganz und gar Gedankenverlorenes tun wie z.B. Duschen, Gärtnern, Film schauen, Plaudern. Das Unbewusste löst die Aufgabe virtuos und ressourcenschonend im Hintergrund - unter Zuhilfeenahme unseres bewussten Wissens und unserer bisherigen Bemühungen. Wer sich per Willenskraft zum krampfhaften Weitergrübeln zwingt, hat hier oft verloren. Die Idee kommt jenen, die zwischendurch loslassen und entspannen können. Dieses phantastische Phänomen nutzen mittlerweile viele Kreative, Denker*innen und Tüftler*innen.

 

Es geht also darum, dass Unbewusste mitspielen zu lassen, ihm Raum zu geben, statt es zu bekämpfen - unter Inkaufnahme seiner Eigenarten: Es liefert, wann es will und nicht garantiert in wohlformulierter Sprache. Lieber nutzt es Bilder und Metaphern - die unser bewusster Geist besser versteht, wenn er an der Lösung des Problems mitgewirkt hat. Allein aufs Unbewusste zu vertrauen bringt deshalb oft nix.

 

Im Coaching unterstütze ich meine Klient*innen dabei, den Tanz des Unbewussten mit dem Bewussten zu nutzen, um ihr Leben (als Prozess) verbunden mit dem Leben (als vitale Energie) ko-kreativ zu gestalten. Ich nenne das vitale Selbstführung. Denn genau dieser Tanz verbindet uns mit unserem Wesentlichen und unserem Yesss. In diesem Zusammenspiel entdecken wir die Werte, die uns wirklich leiten, Bedürfnisse, Wünsche, Ressourcen und Stärken - und nur in diesem Zusammenspiel können wir Schmerzliches und Stagnierendes lösen. So können wir unsere  Anstrengung, unser Denken und Handeln ressourcenschonend und erfüllend in das investieren, was wir wirklich und wie "von selbst" wollen.

 

Deshalb ich setze die Ko-Kreativität von Bewusstem und Unbewusstem auch methodisch im Coaching ein. Meine Klienten*innen finden dadurch (ausgehend von ihren meistens schon intensiv durchdachten Problemen) oft tiefere und freudvollere Einsichten in sich selbst, notwendige Schlüssel für bisher verschlossene Ideen-Türen, fehlende Puzzleteile für stimmige Lösungen oder den Kleber für Teilideen, die bisher nicht zusammen passten.

Praxistipp für kurzfristige Alltags-Ziele:

Die Realisierungsintention.

Die Praxistipps hier im Ja, Mitte! Blog verbinden stets das Bewusste mit dem Unbewussten - für eine bessere Verbindung zum Wesentlichen und eine freudvolle Lebensführung mit mehr Leichtigkeit. Wir starten mit einem sehr einfachen Klassiker für kurzfirstige Alltags-Ziele.

Darum geht es

Eine verbreitete Coaching-Weisheit ist, dass Ziele leichter erreichbar sind, je konkreter sie geplant werden. Das stimmt absolut - nur leider nicht generell (dazu ein anderes Mal mehr). In Bezug auf Alltags-Aufgaben funktioniert Planen sehr gut. In der Psychologie nennen wir das Realisierungsintention (nach Gollwitzer). Damit sind konkrete Pläne gemeint, wann, wie und wo wir etwas umsetzen wollen.

So geht es

Angenommen, Du möchtest seit Tagen einen Handwerker*in-Termin vereinbaren. Doch Abends fällt Dir immer wieder auf, dass dieser Punkt irgendwie von der Agenda gerutscht ist. Eine Realisierungsintention könnte dann wie folgt aussehen: Nach einem Kalendercheck, der sicherstellt, dass die Mittagspause noch nicht verplant ist, formulierst Du: "Sobald ich morgen  in die Mittagspause gehe, greife ich noch in meinem Büro (oder im Home-Office) zuerst zum Telefon und rufe den*die Handwerker*in an. Wir vereinbaren einen Termin zur Besichtigung / Reparatur des Schadens." Noch besser wird es, wenn Du vorher Zeiten auswählst, die Dir für den Termin besonders gut passen und Du Dir die Szene einen Moment vor Deinem geistigen Auge anschaust.

  

Zudem ist es hilfreich, wenn Du die Nummer parat hast. Solltes es also nicht um eine(n) bereits feststehende(n) Handwerker*in gehen, steht an erster Stelle die Auswahl potenzieller Kandidat*innen. Das dürftest Du dann vorbereitend direkt erledigen, oder Du entwickelst dafür eine eigene Realisierungsintention: Morgen nach dem Abendessen nehme ich mir XY Minuten Zeit und suche im Internet nach geeigneten Handwerker*innen. Dann erst entwickelst Du die Intention für den Anruf.

So wirkt es

Durch diese Planung geschieht innerlich einiges. Indem Du eine unklare Aufabe zu einer klar (vor)erfahrbaren Absicht machst, überschreitest den sogenannten Rubikon, wodurch Motivationskraft freigesetzt wird. Gleichzeitig übergibst Du dieses Ziel an Dein Unbewusstes, das ein*e starke*r Zielewächter*in ist. Sobald am nächsten Tag die Mittagspause ansteht, wird es Dich antreiben, zum Telefonhörer zu greifen. Entscheidend ist, dass Du Dich nicht mehr aktiv erinnern und aufraffen musst. Das Setting löst die Erinnerung von selbst aus. Dein Unbewusstes bahnt die Handlung sogar bereits vorbereitend und "wärmt" die Motivation zu Handeln an. Die Umsetzung kostet dadurch kaum noch Willenskraft und liefert Dir auch wesentlich weniger störende Gedanken, die zu zähmen und zu kontrollieren wären. Handeln musst Du aber immer noch selbst :-).

 

Dein Unbewusstes wird sich auch melden, wenn Du etwas tust, dass das Vorhaben gefährdet - z.B. Dich mit einer Kollegin verabreden, direkt zu Beginn der Mittagspause. Auch das spart Willenskraft, weil Du dir so weniger Hürden in den Weg legst.

Weil Dein Unbewusstes - zum Glück - keine leblose programmierbare Maschine ist...

Diese bewährte und vielfach in Studien belegte Methode ist ein Game Changer - und der Willensstärke weit überlegen. Sie kann natürlich mit Kalenderführung verbunden werden :-). Auf die Formulierung der konkreten Realisierungsintention und den Ablauf der Szene vor dem inneren Auge solltest Du aber nicht verzichten.

 

Wichtig ist, diese Methode nicht als stumpfes Programmieren des Unbewussten zu verstehen. Es ist die ko-kreative, partnerschaftliche Zusammenarbeit von Bewusstem und Unbewussten. Das bedeutet auch: Du kannst Dich nicht beliebig auf alles Programmieren (von dem Du meinst, dass Du es willst). Das wäre ja auch äußerst traurig und eintönig. Wir sind einzigartig (siehe letzter Blogbeitrag) und unser Unbewusstes hilft uns, diese Einzigartigkeit zu leben und zu entfalten.

 

Wenn es Aufgaben gibt, bei der die Realisierungsintention nicht funktioniert, hast du in aller Regel nichts falsch gemacht oder Unfähigkeit bewiesen. Schau lieber genauer hin, zu welchen neuen Erkenntnissen es Dich führt. Braucht es noch einen vorbereitetenden Schritt eventuell mit eigener Realisierungsintenion. Widerspricht die Aufgabe, das Ziel wesentlichen Werten, Zielen, Bedürfnissen, die zuvor zumindest betrachtet werden wollen.

 

Um beim obigen Beispiel zu bleiben: Ist die Reparatur in Deinen Augen nicht erforderlich, der ausgewählte Handwerker nicht erwünscht usw. dann verringern sich die Chancen, dass die Methode funktioniert. Dein Unbewusstes bezieht auch diese Informationen mit ein - und priorisiert sie eigendynamisch. So kann es durchaus sein, dass Dein unbewusstest den Handwerker Call immer wieder von der Agenda schupst.

 

Das ist kein Freibrief, um unliebsame Aufgaben nicht zu erledigen. Wirst Du Dir der "Hindernisse" bewusst, lösen sie sich oft schon auf. Falls nicht, kannst Du den Tanz von Bewussten und Unbewussten nutzen, um kreative alternative Lösungen für die Zielerreichung zu finden. Zur Not hast Du immer noch Deine Willenskraft. Bei großen Zielen ist es jedoch ratsam, sie zusammen mit dem Unbewussten auszuwählen und sie erst dann (ggf.) zu schärfen - damit sie von seiner vitalen Unterstützung profitieren können. Im Coaching widmen wir uns dieser Frage sehr tiefgehend.

Realisierungsintentionen funktionieren nur, wenn sie ernst gemeint sind. Das Unbewusste registiert sehr wohl Fake-Intentionen :-)

Natürlich bist Du unterstützt vom Unbewussten kein Zombie. Du kannst Dich (oft) auch anders entscheiden - und die*den Handwerker*in nicht anrufen. Solltest Du das aus unwichtigen Gründen tun, dann wird die Methode der Realisierungsintention (und viele andere Methoden) immer seltener funktionieren. Das liegt daran, dass die Aufgaben nicht mehr in Absichten transformiert werden. Es ist dann so, als verweigerte das Unbewusste (wohlwollend ressourcenschondend) die Arbeit, weil es weiss, dass Du die Unterstützung ohnehin nicht nutzt. Das passiert übrigens auch bei den stumpfen Programmierungen des Unbewussten durch die (falsche) Arbeit an Glaubenssätzen - diese Form der Sebstentfremdung unterstützt Dein Unbewusstes nicht. In beiden Fällen ist der erste Schritt der, wieder zu einem guten Kontakt zur eigendynamischen Innenwelt zu entwickeln.

Leadership statt Selbstentfremdung oder Größenwahn

Deine Verantwortung gegenüber Deinen Erfolgen und Deiner Lebensführing liegt wesentlich weniger in Willenskraft und noch weniger in Gedankenkontrolle (oder gar vorgegeneben Mindsets: das Gewinner-Mindset usw.). Durch vitale Selbstführung übernimmst Du die Verantwortung für Dich und Dein Leben nach Leadership-Prinzip: Der Führung ohne Kontrollzwang - visionär, beweglich, selbstbewusst, openminded (statt programmiert) und demütig. So erreichen wir echte, persönliche Erfolge wirklich mit wesentlich weniger Anstrengung bzw. mit einem deutlich höheren Anteil jener Anstrengung, die wir gerne aufbringen und deren Einsatz uns stärkt und wachsen lässt.

 

Wer seine Erfolge allein seiner Willenkraft und Selbstkontrolle auf die Fahne schreibt, ist schon ein bisschen größenwahnsinnig, aber gewiss kein*e Leader. Erfolg ist subjektive Bewertung und das Ergebnis vieler Faktoren. Einige davon sind nicht allein unser (eigenhändig kontrolliertes) Werk - sondern z.B. Hilfe durch vitale Prozesse in uns, durch andere Menschen, Privilegien und andere Formen von Glück.

 

Eine persönliche Erfolgsgeschichte - die meistens von vorherigem Scheitern ausgeht - ist kein Beweis dafür, das eine individueller Weg für alle anderen auch passt. Der Appell an die notwendige Gedankenkontrolle und Willenskraft macht das im Grunde schon deutlich. Es ist nicht  einmal sicher, dass der Mensch, wirklich glücklich ist oder wirklich weiß, was ihn*sie zum Erfolg geführt hat (wir interpretieren unsere Geschichte im Nachhinein nicht unbedingt realitätsgenau - hallo "Denkfehler" ;-). Und wir sehen all die Menschen nicht, die  trotz oder wegen ihrer Willenstärke und ihres Powermindsets nicht "erfolgreich" wurden. Erfolgsgeschichten als Beweis für hohe Wahrscheinlichkeiten zu betrachten, ist auch ein "Denkfehler" :-).

 

Hab Mut und lass Dein Bewusstes mit dem Unbewussten tanzen.

Führe es zusammen, statt es zu kontrollieren und zu zähmen. Investiere Anstrenung in das für Dich Wesentliche statt in einen Kampf mit Dir selbst - und erhalte dafür Erfüllung, Freude und gewiss auch Erfolge. Ganz persönliche auf ganz persönlichen Wegen.

Auf bald und herzlich, Deine Astrid

Fragen, Feedback, Themenwünsche? - Gern! Ich freue mich darauf.

Hallo, ich bin Astrid Kaiser,

Coach für vitale Persönlichkeitsentwicklung und seelische Gesundheit - mit dem Yesss! zum Wesentlichen.

 

Im Ja, Mitte! Blog teile ich meine Erfahrung als Coach und Mensch über Leben im Einklang mit der eigenen Mitte. Dabei begegnen wir immer wieder den vier Prinzipien meines Aligned Life Leadership Ansatzes:

 

Sinn - Entfaltung - Kohärenz - Verbundenheit.

Schön, Dir hier zu begegnen!